Warum Sie Floskeln und englische Wörter meiden sollten

Die Gefahr, in Texten Floskeln oder englische Wörter zu verwenden, ist groß. Das hat Gründe: Floskeln klingen vertraut. Und was man schon tausendfach gehört hat, kann so falsch nicht sein. Da die meisten Menschen kein Risiko eingehen wollen, setzen sie auf den vertrauten Klang, die Floskel. Das gilt auch, oder insbesondere, für Werbetexte. Denn Werbung kostet Geld – und wer Geld investiert, will eine sichere Rendite. Diese verspricht auf dem ersten Blick die Floskel. Doch der Wert der Kommunikation rechnet sich anders als Gold. Während Gold wegen seiner Beständigkeit und seiner Seltenheit einen Wert darstellt, wird Kommunikation durch ihren Neuigkeitsfaktor oder das Unvorhergesehene wertvoll. Denn: In der Zeit der Informationsflut ist Kommunikation weder beständig noch selten. Sie ist omnipräsent – und aus dieser Fülle sticht nur das Unerwartete heraus.

Etwas anders verhält es sich bei eingedeutschten oder nicht eingedeutschten englischen Begriffen, dem sogenannten Denglish. Insbesondere die Marketing- und Beratersprache quillt davon über. Man spricht nicht mehr von ‚Leistung‘, sondern ‚Performance‘. Aus ‚Lösung‘ wurde ‚Solution‘, aus ‚Redigieren‘ ‚Polishen‘ usw. Eine sehr lustige Übersicht bietet die Website: www.beratersprech.de.

Die englischen Wörter sollen Kompetenz vorheucheln, denn der deutsche Begriff wirkt banal. Auch hier fühlt sich der Texter auf der sicheren Seite, wenn er einen englischen Begriff statt einen deutschen verwendet. Nur, entweder versteht der Leser den Begriff nicht oder er wirkt albern beziehungsweise aufgesetzt. Mal davon abgesehen, dass Denglish ganz schlechter Stil ist.

Ein nicht ganz ernst zu nehmendes Tool seinen Text auf Floskeln und Bullshit zu testen, bietet das Blablameter ( www.blablameter.de.). Eine Software untersucht den Text nach auffälligen Begriffen und bewertet ihn auf seinen „Bullshit-Faktor“. Testen Sie es mal. Es macht Spaß und es überrascht.

Tipp: Wenn Sie selbst texten oder die Texte der Agentur bewerten oder redigieren, versuchen Sie Floskeln oder englische Ausdrücke zu vermeiden. Beim Redigieren Ihres Textes oder des Agenturtextes streichen Sie alle Floskeln und englischen Begriffe an und suchen Sie nach unverbrauchten oder deutschen Formulierungen. Tausendmal gehört ist nicht tausendmal gut, sondern in der Regel zum Gähnen langweilig.

Denn Kommunikation muss überraschen, muss Neues sagen, muss verblüffen.

Autor:
Franz-Josef Baldus
, immotional.
Geschäftsführer

Publiziert am 19.12.2011

  1. Sebastian Utke
    20.12.2011

    Interessant: Ich habe Ihren obigen Artikel mal durch das blablameter gejagt – das Ergebnis:

    Sie müssen PR-Profi, Politiker, Unternehmensberater oder Universitätsprofessor sein! Sollten Sie eine echte Botschaft transportieren wollen, so erscheint es fraglich, ob diese Ihre Leser auch erreicht.

    • huettenberger
      20.12.2011

      Vielen Dank für den Kommentar. Mal davon abgesehen, dass wir natürlich als PR- und Kommunikationsberater arbeiten, könnte das Ergebnis dadurch zustande kommen, dass wir in dem Artikel typische Bullshit-Wörter wie Performance aufgreifen. Was beweist, dass zur Beurteilung eines Textes auch noch die eigene Interpretation entscheidend ist. Was ich sehr beruhigend finde.

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