Virale Filme für KMUsKleine und mittlere Unternehmen (KMU), wie die meisten Immobilienfirmen, leben von Mund-zu-Mundpropaganda, von der Empfehlung. Dieses Prinzip lässt sich auch im Internet anwenden – mit viralen Kampagnen. Denn virale Kampagnen basieren auf dem Grundsatz: „Ich finde etwas gut“:
Dabei bieten virale Kampagnen, insbesondere virale Filme, nicht nur die Chance, ohne teure Printanzeigen hohe Aufmerksamkeit zu erzeugen, sondern sie schaffen einen weiteren Nutzen: Sympathie. Sie geben dem Unternehmen ein gewinnbringendes, unverwechselbares Gesicht. Dieser Nutzen ist für KMUs in der Regel höher zu bewerten als möglichst viele Views (Betrachtungen des Films auf Youtube), denn er zahlt direkt auf das Imagekonto des Unternehmens ein. Qualität der Besucher steht vor Quantität.

Boah!

Virale Filme funktionieren nach einem ganz anderen Prinzip als klassische Kampagnen. Nicht das Alleinstellungsmerkmal, die Vorteile des Produktes, stehen im Vordergrund – denn über die spricht selten ein Mensch –, sondern eine spektakuläre Geschichte. Im Idealfall baut man das Produkt in die Geschichte ein. Aber wichtiger ist: Die Geschichte muss witzig, bizarr oder erstaunlich sein; sie muss ein „Boah!“ auslösen. Ein erster Test für einen guten Film ist immer: Würde ich selbst den Film weiterempfehlen – unabhängig vom Produkt.
Virale Filme verlangen daher von den Unternehmen einen selbstironischen Blick auf sich und seine Produkte. Das fällt vielen Unternehmen schwer, denn einerseits hat man Angst vor negativen Effekten und andererseits gibt man gutes Geld für gute Produkte aus und daher sollten die Vorteile der guten Produkte im Vordergrund stehen. Die vermeintliche Schwäche, die mangelnde Ernsthaftigkeit der Kommunikation, ist die eigentliche Stärke: Denn Menschen (oder Unternehmen), die über sich lachen können, sind meist sympathischer.

Darüber redet man

Neben Aufmerksamkeit und Sympathie dienen virale Filme einem weiteren Zweck: Sie sind Türöffner für ein Gespräch. Und dieses Gespräch kann sowohl persönlich, von Auge zu Auge auf Messen oder bei einem ersten Kundengespräch stattfinden, als auch virtuell im Internet – über die Social-Media-Kanäle. Denn das eigentliche Ziel eines viralen Films ist es, darüber zu sprechen, wie eingangs gesagt, die Mund-zu-Mund-Propaganda. Schafft man es, das Gespräch auf Facebook oder Twitter zu führen, wird automatisch die Fanpage belebt. Die Folge: Kunden und Interessierte erhalten nicht nur die Botschaft des Films, sondern auch die anderen Unternehmensbotschaften mit auf dem Weg.

Um ein Gespräch in Gang zu bringen und Sympathie zu vermitteln, sind bei viralen Filmen für KMUs einige Ansatzpunkte erfolgsversprechend:

  • Zeigen Sie Selbstironie.
  • Zeigen Sie einen humorvollen Umgang mit Ihrem Produkt.
  • Schaffen Sie Anknüpfungspunkte für ein Gespräch.

Nicht wie viele, sondern wer

In jeder Minute werden 48 Stunden Videomaterial auf Youtube hochgeladen. Die Gefahr, dabei unterzugehen, ist natürlich hoch. Und nur die wenigsten viralen Kampagnen erhalten die Aufmerksamkeit wie die legendäre Kampagne von Tipp Ex: Tipp-Ex: Ein Jäger jagt einen Bären.

Das sollte aber KMUs nicht schrecken. Denn wie anfangs erwähnt, spielt nicht so sehr die Zahl der Betrachter eine entscheidende Rolle, sondern wer den Film anschaut. Das sollten potenzielle Kunden sein. Und diese können gezielt angesprochen werden.

Dies kann geschehen über:

  • Eigene Website
  • Eigene Facebook-Fanpage
  • Twitter-Tweets
  • Einen entsprechenden Link in jeder E-Mail, die Sie rausschicken
  • Kooperationen mit Zuliefern, Kunden und Partnern, die den Film auf ihre Seite stellen
  • Posten in themenrelevanten Foren und Blogs.

Messquote für einen Erfolg des Films ist daher weniger die Zahl der Views, sondern wie viele Gespräche der Film von Angesicht zu Angesicht oder auf den Social-Media-Kanälen generiert und wie viele Empfehlungen ausgesprochen werden. Denn ein Gespräch ist immer nachhaltiger als eine kurze Werbeeinblendung. Und Empfehlungen zeigen eine höhere Wirkung als Hochglanzprospekte. Studien belegen, dass klassische Werbung für Spontankäufer der richtige Weg ist. Aber: Gespräche und Empfehlungen erzielen erheblich bessere Werte beim so genannten Customer Lifetime Value, dem Deckungsbeitrag, den ein Kunde während seines gesamten „Kundenlebens“ realisiert. Und der Customer Lifetime Value ist gerade für mittelständische Unternehmen die entscheidende Größe.
Das heißt aber auch: Virale Filme sind keine Allheilmittel, die mit wenig Einsatz hohe Verkaufserlöse erzielen. Wie gesagt: Sie eignen sich vor allem dafür, ein gutes Image aufzubauen und Gespräche zu generieren.

Suchmaschinen lieben Filme

Ein weiterer Vorteil von viralen Filmen auf seiner Website: Google stuft Websites mit Filmen höher ein als ohne Filme. Virale Filme haben daher auch einen SEO-Effekt. Dieser wird noch gesteigert, wenn die Filme mit einem Link auf die eigene Website ins Netz gestellt werden. Denn jeder User, der den Film postet, sei es auf seiner Website, sei es auf seiner Facebook-Seite, erzeugt dadurch einen so genannten Backlink. Backlinks sind entscheidende Größen für die Platzierung der Website bei Google.

Einige Beispiele für erfolgreiche virale Filme:

Maßstäbe für virale Filme setzte ein US-amerikanische Hersteller für Mixer, BlendTec. Seit Jahren jagt der Geschäftsführer, Tom Dickson, alle möglichen Gegenstände durch seine Mixer. So zum Beispiel einen iPAD:
Will It Blend? – iPad

Über 180 Millionen Zuschauer verfolgten seinen Zerstörungsdrang bis jetzt. Mittlerweile wurde er in zahlreiche TV-Sendungen eingeladen. Hier funktioniert virale Effekt perfekt: Das Unternehmen wird persönlich, da der Geschäftsführer sein Produkt vorführt. Es wird sympathisch, da es ironisch mit seinem Produkt umgeht. Und es erzielt hohe Aufmerksamkeit.

Eine Idee, wie man zum Beispiel für ein Einkaufszentrum eine Flashmob-Aktion mit einem viralen Film verbinden könnte und dabei sein Image verbessert, zeigt dieser Film:
Heb doch ma einer die Flasche auf

Virales Marketing für virales Marketing bietet der „Schwäbische Todesstern“, ein Klassiker, der häufig kopiert wurde:
Todesstern Stuttgart

Dass virale Filme auch ohne großen Aufwand und für kleine Unternehmen produziert werden können, dafür mit einer gehörigen Portion Selbstironie, sieht man am Beispiel einer türkischen Döner-Bude:
Mustafa’s Gemüsekebap
Dazu passt auch die originelle Website: Mustafas.de

Sie sehen: Mit Kreativität, Mut und den nötigen Maßnahmen helfen virale Filme, KMUs die Bekanntheit zu erhöhen, Kunden zu gewinnen und Sympathie zu aufbauen.

Autor:
Franz-Josef Baldus
, immotional.
Geschäftsführer

Publiziert am 23.01.2012

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