Quer durch alle sozialen Netze kann man sehen, wo Menschen sich aufhalten. Wie das funktioniert? Nun, viele Menschen zücken an jedem Ort ihr Smartphone und posten, wo sie gerade sind, was sie dort tun und mit wem sie dort sind. Sie checken an einem Ort ein. Das geht, weil das Smartphone „weiß“, wo es gerade ist und so positionsbezogene Dienste (location-based) anbieten kann. So können Sie auch Immobilienangebote auf das Smartphone bringen.

In den USA, wo auch dieser Trend seinen Anfang genommen hat, ist das ständige Einchecken noch wesentlich verbreiteter als bei uns. Es gibt natürlich mehrere Dienste, mit denen das möglich ist. So bietet zum einen Facebook, der Marktführer der sozialen Netze, mit „Orte“ eine entsprechende Funktion an, bei Google+ ist ebenfalls ein Check In möglich. Und es gibt Dienste, deren Daseinszweck allein darin besteht, anderen mitzuteilen, wo man sich gerade aufhält. Hier steht Foursquare in der Beliebtheit der Nutzer weit oben. Dabei ist Foursquare nicht als Dienst isoliert, sondern Check Ins können auch gleich bei Facebook oder Twitter veröffentlicht werden.

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, wo nun der Ansatz zum Immobilienmarketing ist. Diese Dienste leben vom Mitmachen der Nutzer, also davon, dass jeder Nutzer dort Orte anlegt und die Einträge pflegt. Folglich steht es auch Ihnen frei, dort beliebig Orte anzulegen und die Daten zu pflegen. Stellen Sie sich die folgende Szene vor. Ein Smartphone-Nutzer zückt sein Smartphone, um irgendwo einzuchecken. Da die Positionsangaben immer etwas ungenau sind, bekommt der Nutzer nun einige Orte im Umkreis mehrerer Hundert Meter angezeigt. Und nun taucht in der Liste der Orte der Eintrag „Schöne Wohnung zu verkaufen“ auf. Der Nutzer wird neugierig und klickt auf den Eintrag. In der Regel muss er einchecken, um weitere Informationen zu sehen. Die Hemmschwelle hierfür ist jedoch gering. Nun sieht er die Adresse des Objekts, ein paar Fotos und eventuell schon Kommentare zur Wohnung, falls bereits Besichtigungen stattfanden. Natürlich sind dort auch die Kontaktdaten zum Verkaufsteam zu finden, ein Link auf das vollständige Exposé des Objekts usw.

Hier wurde ein Stadthaus in Burbank (Kalifornien) auf Foursquare in einem Kommentar erwähnt. Der Link führt zum Angebot.

An dieser Stelle sollten Sie darauf achten, dass Ihre Webseite auch auf mobilen Endgeräten angezeigt werden kann. Da immer mehr Menschen Smartphones nutzen, ist dies nicht zu vernachlässigen. Mehr und mehr Kaufentscheidungen werden auf dem Smartphone getroffen, der sog. M-Commerce (von mobile) verzeichnet stark steigende Umsätze. Zwar wird vermutlich aktuell niemand eine Wohnung mit dem iPhone kaufen, aber vor zehn Jahren war es auch noch nicht möglich, mit einem Handy überhaupt etwas zu kaufen.

So schlagen Sie mehrere Fliegen mit einer Klappe: Sie erregen Aufmerksamkeit, weil Sie einen potenziellen Interessenten erreichen, obwohl er gar nicht gezielt nach Ihrem Angebot gesucht hat und wecken eventuell sein Interesse – ganz im Sinne des Guerilla-Marketings. Und nehmen wir mal an, der Nutzer befindet sich gerade in einem Viertel, das er gerne besucht, wächst vielleicht sein Verlangen, dort auch hinzuziehen. Check Ins erfolgen in der Regel abends und am Wochenende, wenn man mit Freunden unterwegs ist, eher seltener am Arbeitsplatz, der täglich aufgesucht wird. Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Aspekt ist die virale Verbreitung der Check Ins. Wenn ein Nutzer nun in „Schöne Wohnung zu verkaufen“ eincheckt, wird das in der Regel von seinen Kontakten registriert und evtl. wird das Angebot so von weiteren Nutzern angesehen.

Es spricht nichts dagegen, Ihre Agentur oder Ihr Verkaufsbüro ebenfalls zu registrieren. Im Artikel Kostenloses Immobilienmarketing mit Google Maps können Sie nachlesen, wie das bei Google Maps funktioniert. Die Einträge von Google Maps werden automatisch in Google+ und Facebook übernommen.

Bei Foursquare können Sie nur mit einem Smartphone und der passenden App Orte anlegen. So können Sie dann mit dem Gerät gleich die passenden Fotos machen. Das ist sehr einfach und Sie müssen noch nicht mal vor Ort sein. Nutzen Sie die Funktion Check In und geben Sie in das Suchfeld Ihren Titel an, im Beispiel haben wir „Schöne Wohnung“ genommen. Da Foursquare diesen Ort nicht kennt, legen Sie ihn mit Diesen Ort hinzufügen an. Natürlich können Sie selber ebenfalls dort einchecken. Foursquare bietet auch jedem Nutzer die Möglichkeit Listen anzulegen. Sie könnten beispielsweise eine Liste der von Ihnen vermarkteten Immobilien anlegen und diese Liste in Ihren Internetauftritten verlinken. Sollten Sie Gefallen an Foursquare gefunden haben, können Sie auf Foursquare for Business umsteigen. Dann stehen Ihnen weitere Möglichkeiten und auch Statistiken zur Verfügung.

Mit Apps für Smartphones können Sie neue Orte in Foursquare anlegen, zum Beispiel mit neuen Immobilienangeboten.

Noch ein paar Argumente für die Nutzung von Foursquare: die Nutzer haben zu mehr als 80% einen Hochschulabschluss, sind zu 75% zwischen 25 und 44 Jahren alt (beide Werte beziehen sich auf US-Nutzer) und der Dienst wächst weltweit sehr stark. Generell steckt Immobilienmarketing mit dem Smartphone bei uns noch in den Kinderschuhen, in den USA gehört diese Methode schon seit Jahren dazu. Wer hier in Deutschland jetzt damit startet, darf sich also noch als Pionier fühlen.

Autor: Timo Stoppacher, Kreativpool immotional.

Publiziert am 25.04.2013

  1. Tobias
    30.06.2015

    Hallo, sehr schöner Artikel.
    Da ich die steigende Anzahl von mobile-Zugriffen auf meiner Homepage beobachtet habe, lies ich mir eine eigene Immobilien – App erstellen.

  2. Klaus
    21.11.2014

    Vielen Dank für den interessanten Beitrag!
    Bis heute, scheinen sich diese Möglichkeiten der Vermarktung in der Maklerbranche aber noch nicht herumgesprochen zu haben.

    Frage: Was ist zu tun wenn ein Objekt verkauft wurde? Ist es möglich den Post/Tipp wieder zu löschen? Ansonsten würde die Immobilie ja weiterhin über FourSuare zum Verkauf/zur Vermietung angeboten werden.

    • Franz-Josef Baldus
      21.11.2014

      Hallo Klaus,
      der Artikel hat sich sich schon ein wenig überholt, denn FourSquare gibt es in der beschriebenen Form inzwischen schon nicht mehr.
      Viele Grüße
      FJ

  3. Emily
    25.10.2013

    Das ist ein sehr spannender Artikel, der das Thema Mobile Marketing auf einer anderen Art und Weise erläutert. Der Trend geht vom Desktop zum Mobile und deshalb werden diese Dienste in Zukunft immer wichtiger werden! Wir werden das mit Sicherheit ausprobieren mit dem FourSquare :) Vielen Dank!

    Schöne Grüße aus Ansbach,

    Emily

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