München steht im Blickpunkt der Republik, wenn es um aktuelle Immobilienthemen geht. Nirgendwo ist die Wohnungsnot akuter, in keiner deutschen Großstadt sind die Mietpreise höher. Immerhin hat dieses Thema mittlerweile die höchsten Ebenen der Politik erreicht und wird dementsprechend umfassend diskutiert. Die wichtigsten Maßnahmen sind definiert – die Umsetzung wird mit Spannung erwartet. Einige Spatenstiche sind immerhin schon vollbracht.


Motiv für Käufer: Sicherheit statt Rendite

Wer in München Eigentumswohnungen kauft, darf sich mit den Jahren über den steigenden Wert freuen. Durch Vermietung lassen sich schon jetzt ausgezeichnete Preise erzielen, sehr zum Leidwesen der breiten Mieterschaft natürlich. Das ist allerdings nicht der Hauptgrund für den Anstieg der Immobilientransaktionen im zweistelligen Prozentbereich. Viel eher geht es um Sicherheit. Immobilien in Boom-Städten wie München sind stabiler als es jedes Wertpapier sein könnte. Der aktuelle Niedrigzins erhöht den Anreiz für Immobilienkäufe außerdem. Durch die hohen und konstanten Mieten, die momentan durch die Nachfrage gewährleistet sind, könnte eine solide Finanzierung sogar einen Zinsanstieg verkraften – wobei eine solide Finanzierung normalerweise ohnehin eine Zinsbindung enthält.

Die sprichwörtliche Blase: in diesem Fall unbegründet

Kritiker mahnen allerdings zur Vorsicht. Das ist grundsätzlich nicht verkehrt, gibt es doch genügend prominente Beispiele, in denen aufstrebende Immobilienmärkte mit einem Mal stark nachließen. In München ist das – bei aller Vorsicht – jedoch nicht zu befürchten. Grund dafür ist die generelle Zukunftsprognose der Stadt. Durch die wirtschaftliche Ausnahmestellung innerhalb Deutschlands ist weiterer Zuwachs praktisch garantiert, auch ausländische Investoren werden weiterhin ihr Geld in die Landeshauptstadt tragen. Fakt ist: In keiner anderen deutschen Stadt ist die Urbanisierung dermaßen präsent. Zahlen belegen das: Schon in absehbarer Zeit werden 1,5 Millionen Einwohner in München wohnen. Die Wachstumsquote ist also mehr als beachtlich und braucht sich auch im europäischen Vergleich nicht zu verstecken.

Was es zu vermeiden gilt

Münchens rasantes Wachstum macht die Isar-Metropole zu einer der dynamischsten Regionen des Kontinents. Das gilt allerdings auch für die Schattenseiten: Wohnungsnot und exorbitante Mieten haben bereits in anderen Weltstädten dazu geführt, dass viele Angestellte aus der Stadt ziehen müssen. An dieser Stelle kommt die „deutsche Weitsicht“ ins Spiel: Wachstum ist zwar willkommen und wird auch gefördert, jedoch nicht um jeden Preis. Anders ausgedrückt: Parallel zum Erfolgszug der Stadt soll das bisherige Lebensgefühl gewahrt werden. Dazu gehört auch die bunte Mischung von Gering- und Normalverdienern im Stadtgebiet.

Also: Balance als Herausforderung

Nun wäre es rein theoretisch – also technisch und finanziell – möglich, im Stadtgebiet weiteren Wohnraum zu schaffen, vermutlich sogar so viel, dass die Preisspirale gebremst werden könnte. Das bisherige Ambiente der Stadt soll allerdings beibehalten werden. Und an diesem Punkt wird es schwierig. München ist bekannt für Weitläufigkeit und freie Ausblicke mitten in der Stadt; auch das einmalige, beinahe durchgehende Netz von Fahrradwegen gehört fest zum Münchner Lebensgefühl. Mit anderen Worten: Andere Städte von der Größe Münchens fühlen sich eng und vollgepackt an, München jedoch schafft den Spagat zwischen Metropole und Gemütlichkeit. Hinzu kommt das klassisch stolze Stadtbild, das nicht durch allzu viele hochmoderne Neubauten ihres Charmes beraubt werden soll.

Ideen braucht die Stadt

Zusätzlich zu den unvermeidbaren konventionellen Methoden – also dem Wohnungsbau – sind also auch neue Wege gefragt. Hierzu gehört beispielsweise die Umstrukturierung ausgedienter Militärkasernen in und rund um das Stadtgebiet. Auf diese Weise sollen kosteneffektiv und kurzfristig viele tausend neue Wohnungen geschaffen werden. Weiter innen ist das natürlich nicht möglich. Dort treffen die Stadtplaner auf ihre wohl größte Herausforderung. Bisherige Projekte wie die neuen Wohngebiete in Nymphenburg, Sendling (Hans-Fischer-Straße) oder der Arnulfpark zeigen jedoch, dass es möglich ist, geschickte Raumausnutzung, modernes Design und Münchner Flair zu kombinieren.

Zukunfts-München wird noch internationaler

Als einer der Hauptgründe für das schnelle Wachstum gilt auch die Zuwanderung. Speziell aus Krisenländern wie Spanien, Italien und Griechenland werden starke Zuzüge verzeichnet; angesichts der schwierigen EU-Lage wird sich daran wohl auch nichts ändern. Dass sich darunter auch viele (dringend benötigte) Fachkräfte befinden, kommt Münchens Wirtschaftsboom natürlich weiter entgegen. Mithilfe all dieser Fakten ist es nicht mehr allzu schwierig, eine erste Skizze von Münchens Zukunft zu zeichnen: Eine noch internationalere Bevölkerung verteilt auf eine gesunde Mischung von traditionellen Wohnhäusern und mit Feingefühl umgesetzten Neubauten. Wenn alles läuft wie geplant, werden die stärksten Preisanstiege schon in wenigen Jahren der Vergangenheit angehören. Und keine Frage: Inmitten dieser modernen Münchner Immobilienlandschaft wird weiterhin viel Grün zu finden sein.

Autorin: Lisa Ferdinand , (Freie Autorin),
Dies ist ein Gastbeitrag von Terrafinanz Terrain- und Wohnungsbaugesellschaft mbh & Co. KG
Foto: © Tiberius Gracchus – Fotolia.com

Publiziert am 01.07.2013

  1. Aderius
    09.07.2015

    Angebot und Nachfrage ergeben den Preis, nur manchmal wird der Preis noch zusätzlich künstlich hoch getrieben. Das ist bei München glaube ich aber nicht der Fall. Trotzdem sind die Preis nicht normal! Eine Möglichkeit wäre natürlich neuen Wohnraum bereitzustellen und das wenn möglich relativ schnell. Im Stadtkern ist das nicht so einfach, in den Randgebieten wäre das eine Lösung. Gruß Aderius (http://aderius.de/)

  2. München ist die beliebteste Stadt zum Wohnen in Deutschland. Die Preise für Mieten und zum Kauf von Wohnungen werden weiter steigen, da der Bedarf einfach so extrem hoch ist. Die Miete sollte natürlich in einem gesunden Verhältniss zum Einkommen stehen.

    • Baukonzepte...
      13.03.2015

      Sicher, dass es München ist und nicht Hamburg? Oder sind die gleichauf?

      Zum Beitrag: Bis eben war mir der Begriff „deutsche Weitsicht“ nicht bekannt; vielen dank für die prägnanten, erhellenden Infos dazu.

      Dass die Preise in München explodieren, ist natürlich kein Wunder … die Versprechungen sind aber auch hoch, wie man hier nachlesen kann. Wer will, bekommt – wenn ers bezahlen kann.

  3. Alex
    10.05.2014

    München wird noch viel teurer werden
    Wir nähern uns London – In 5 Jahren werden wir es sehen.
    Denkt an mich
    Wichtig!!! TOP 1A Lagen

  4. München ist die beliebteste Stadt zum Wohnen in Deutschland. Die Preise für Mieten und zum Kauf von Wohnungen werden weiter steigen, da der Bedarf einfach so extrem hoch ist. Die Miete sollte natürlich in einem gesunden Verhältniss zum Einkommen stehen.

  5. Alleinerziehende aus Berlin
    31.03.2014

    Danke Herr Nußdorfer, dass Sie auch die Alleinerziehenden erwähnen. Sie haben Recht: Der Mietzins sollte nicht höher als ein Drittel des Nettoeinkommens liegen. Aber wo soll ich als Berlinerin mit zwei Kindern mit 1400 Euro Nettoeinkommen leben? Wer vermietet schon in Berlin eine einigermaßen ansehnliche Wohnung für 450 Euro? Schauen Sie mal bitte die Preise in Berlin an: http://www.immocover.com/wohnen/

    Mit Nebenkosten, Strom, Heizung, Telefon, GEZ und was man sonst noch so bezahlen muss, sind schnell 1000 Euro weg. Wer Kinder hat, weiß, dass der Rest niemals zum Leben ausreicht. Ja selbst schuld könnte man jetzt sagen, aber: Früher konnte man von der Arbeit noch leben, auch als Alleinerziehende Mutter.

  6. TOP-ImmobilienXL
    24.10.2013

    Allgemein gesehen, werden die Metropolen wie München, Hamburg oder Berlin als Wohnsitz von Jahr zu Jahr attraktiver. Das ist für die Immobilienkäufer, die ihre Eigentumswohnung oder Eigenheim als Kapitalanlage sehen, ein großes Plus. In dem Artikel kommt dies sehr gut zur Geltung. Falls Sie vorhaben sich eine Immobilie zuzulegen und Informationen über die Finanzierung benötigen, kann ich Ihnen unseren Blog empfehlen:

    http://www.topimmobilienxl.de/blog/steigen-die-zinsen/#more-534

  7. Gerhard Nußdorfer
    20.10.2013

    Den Vermietern vergeht dabei das Lachen. Wie im ersten Kommentar schon steht, sollten die Mieten nicht über Drittel des Netto-Einkommens liegen! Ich bin ja schon gespannt wie das weiter geht. Was machen in diesem Fall junge Familien? Alleinerziehende Mütter oder Väter? Alles nicht so einfach! Sehr guter Artikel!!

    • Hein rich
      30.01.2014

      München, Hamburg, oder Berlin sind zwar attraktive Gefielde für Anleger, aber dort zu wohnen als Durchschnittsverdiener ist schon extremer Luxus, da bleibt oft nur die alternative Vorstadt, und damit verbunden lange Arbeitswege = weniger Freizeit. Echt ein Teufelskreis

  8. Ulrich Eckardt
    23.08.2013

    Bei der Vermietung von Wohneingentum sollte beachtet werden, dass nicht der höchst realisierbare Preis pro qm2 der richtige ist, sondern ein Preis, der für den Mieter auch längerfristig gut tragbar ist. Denn was nutzt der hohe Preis, wenn ständig ein Kommen und ein Gehen ist?

    Grüße
    Ulrich Eckardt

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